Teil eines Werkes 
1. bis. 3. Bändchen (1847)
Entstehung
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rativn der Natur, zu der ſie Beifall klatſchen ſollten; ob ſie wohl einmal daran dachten, daß dieß wunderbare Schauſpiel, welches ſich ſeit dem erſten Schöpfungsmor⸗ gen Jahrtauſende hindurch ſo regelmäßig wiederholt, die tägliche wahrhaftige Bekräftigung des göttlichen Macht⸗ wortes iſt, welches der Herr bei der Schöpfung ſprach: „Es werde Licht!“ — „Wo es aber alſo Licht iſt in der Welt der Natur, da ſollen die Menſchen es nicht einander dunkel machen; und es iſt noch ein beſſer Licht, als das der Sonne, das iſt das Licht der Offenbarung.“

Dieß andere Schöfungswort, welches der Mund ei⸗ nes begeiſterten und kräftigen Mannes im Anfang des 16. Jahrhunderts ſprach, klang in aller Herren Ländern von Europa wieder, und fand auch ein Echo in der Graf⸗ ſchaft Holland.

Da ſah um 1521 auch ein Jüngling dem Sonnen⸗ aufgang zu. Wir wiſſen nicht, ob er an all das dachte, wovon wir eben ſprachen, voch war es gewiß nur Aehn⸗ liches, welches ihn mit ſo ſtillem Entzücken erfüllte. Er kniete auf einer kleinen Anhöhe, welche einen weiten Blick über die herrliche Gegend geſtattete. In ſeinem Geſichte lag ein tiefrührender Ausdruck von Bewunderung und Anbetung; ein leichter Hauch von Schwärmerei war ſelbſt über die einnehmenden, ſanften, faſt weiblich weichen Züge unverkennbar hingegoſſen, nicht aber die düſtere Schwärmerei, der Fanatism, der ſich ſtets in dunkle Abgründe verſenkt, ſondern vielmehr ein ſinnendes Hin⸗ ſtarren auf einen freundlichen Himmel; die Schwärmerei des Dichters, die über Erde und Leiden erhebt, die dem Körper wohl ſchaden kann, aber die Seele vom Böſen reinigt. Es glänzten Thränen in ſeinem ſanftblauen Auge, während dieß an der eben ſich erhebenden Sonne hing. Seine Farbe war bleich, doch eine ſtille Begeiſterung hatte auf die Wangen eine leichte Röthe geſtreut. Ueber der Stirn geſcheitelt, wallte ſein ſtarkes, blondes Haar in fei⸗ nen, durchſichtigen Locken über Hals und Schulter. Der