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er rückte tiefer in ſeinen Lehnſtuhl zurück, doch faßte er ſich und fuhr anſcheinend ruhiger fort:
„Iſt's der nur? Du weißt, ich habe den Halsſtar⸗ rigen ſeit lange ſchon aufgegeben . .. Da Du ihn aber haſt. . . nun wir wollen ſehn . . . Laß ihn bis zu ge⸗ legener Stunde in den Egmondsthurm bringen.“
„Mein gnädiger Herr,“ bat Bertmann niedergeſchla⸗ gen; „ein Wort, welches Ihr letzthin geſprochen, ließ mich mehr für ihn hoffen.“
„Ja, Du haſt Recht,“ fuhr der Herzog fort, ſich die Oberlippe zerbeißend. „Wir hatten damals Pläne, die“ — Sein Auge ſiel auf den jüngern Sohn, der ſich eben mit den ſchwarzen Heinrich unterhielt und er brummte weiter: „Was, der trockne Träumer macht uns wenig Freude, vielleicht erleben wir mehr an dem Andern.“
Wie aufmerkſam Bertmann auch horchte, ſo verſtand er doch kein Wort von dem Allem. Jetzt aber wandte ſich der Herzog zu ihm und ſprach lauter;
„Iſt der Gefangene ordentlich gekleidet?“
„Seine Kleiver ſind gut und paſſend für ſeinen Stand.“
„Dann führe ihn ſchnell hierher, ich verlange ſehr, ihn zu ſeh'n.“ „Mein Herr, ich komm, um Euch zu bitten, daß Ihr zu ihm ginget. . .
„Bertmann!“ rief Karl von Egmond ernſt, und als zeh⸗ noch einmal die Lippen öffnete, fügte er ſtreng
inzu:
„Wir haben befohlen, geh!“
„Wenn es möglich iſt,“ erwiederte der Getreue und verließ ſchnell den Feſtſaal.
Dieß Zwiegeſpräch hatte Aller Aufmerkſamkeit rege gemacht und die Stille geſpannteſter Erwartung herrſchte, bis die Thüre ſich offnete und der Gefangene hereingeführt wurde. Ja wohl geführt wurde und zwar durch Bertmann und zwei Soldaten, in deren Arme er bei jedem ſeiner unſichern, wankenden Schritte hinzuſinken drohte.


