Teil eines Werkes 
4. bis. 7. Bändchen (1847)
Entstehung
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Räthe, worin es heißt, daß der der Stadt ertheilte Befehl „auf eine unordentliche, unbedachtſame und kraftloſe Weiſe“ gegeben worden und ein Eingriff in des Landesherrn Ober⸗ macht und Grundgebiet ſei und wodurch ſie im Fall der Nicht⸗Zurücknahme nach dem Haag vor des Kaiſers Statt⸗ halter geladen werden. Es ſcheint dabei geblieben zu ſein, denn Heinrich unterwarf ſich gewiß, da er hier einen Vor⸗ geſchmack davon hatte, wie gut der Kaiſer wiſſe, wie weit er gehen konne.

Sollen wir ſagen, wie die Geiſtlichkeit von Amſter⸗ dam triumphirte, die nur mit ſcheelem Auge die Ueber⸗ wältigung ihrer Utrechtner Brüder geſehen hatte? Sagen, wie ſie nie mehr päbſtlich und weniger biſchöflich geſinnt war, wie ſie ſich nun ſo wohl in ihrer Unabhängigkeit von dieſer Mittelsmacht zwiſchen ihr und dem Papſte fühlte? Wir thun dieß nicht, denn wir würden Aafke dabei ver⸗ geſſen, deren Schickſal dadurch die Wendung bekommen hatte, die wir jetzt beklagen.

Mit kaiſerlicher und ſtädtiſcher Vollmacht ausgerüſtet, begann Pater Vincenz jetzt ſeine Anſprüche öffentlich gel⸗ tend zu machen. „Die Ehe von Laurenz Cornelisz iſt ungültig,“ hieß es bald bei Allen, welche ihn kannten und das ſchüchterne Aafke, ſchamroth und blöd, wagte nicht mehr, im Beiſein ihrer Nachbarn nnd Bekannten die Augen aufzuſchlagen. Der Ausſprache von Schulz und Schöffen gemäß mußten ſie öffentlich und geſetzlich nach vorherigem Aufgebot noch einmal eingeſegnet werden; ſie mußten katholiſch eingeſegnet werden, urtheilte Pater Vincenz.

Wie wurde dieß Paar da gequält! Er vom Aerger und Zorn über dieſen Prieſterzwang, durch Beſorgniß um die Zukunft ſeiner Kinder, Furcht vorm Verluſte ſeines guten Namens und Angſt vor andern Verluſten in ſeinem Geſchäft, durch ſeine Glaubenstreue und ſeinen Glaubens⸗ haß — Sie durch Alles, was ein ſchwacher Geiſt in einem Zuſtand, wie der Ihre war, vor Furcht und Angſt umfaſſen kann. Was man aber auch ſagte, wie man auch

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