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noch unbekannt bleiben. Woerden liegt ſo nahe bei Utrecht und des Biſchofes Arm reicht ſo weit! Ich rathe Euch ſelbſt, nur vermummt dahin zu gehn, wo ich predigen werde.“
„Werdet Ihr denn bald predigen?“
„Mit Gottes und ſeines Geiſtes Hülfe denke ich ſein Wort der heimlichen Gemeinde am Abend des St. Ar⸗ nulphötages zu verkünden.“
„Alſo über vier Tage,“ rief Paul mit einer Freude,
wrelche frei von aller Eiferſucht war. „Aber ſagt mir
doch, könnt ihr es denen von Lauerneſſe zu wiſſen thun? Ottilie, welche ſehr leidet, bedarf wahrlich der Stär⸗ kung.“
„Sie ſoll es wiſſen. Auch aus Amſterdam und an⸗ dern Städten kommen ſie heimlich hierhin; ich bin dann zugleich im Stande, Euch unſern Freunden vorzuſtellen und zu empfehlen, damit Ihr auch an manchen andern Orten Schutz und Gaſtfreiheit findet, was Euch gut kom⸗ nn wird bei dem Umherziehen, welches Euch bevor⸗
eht.“
„Ich danke Euch für Eure freundſchaftliche Für⸗ ſorge wollte Paul ſagen, doch ſein Wirth ſiel ihn mit einer heftigen Bewegung in die Rede:
„Hört Ihr? da kräht der Hahn ſchon wieder. Gott dank, daß er uns wach und auf unſern Poſten findet! Möchte das ſtets ſo ſein! Jetzt kommt uns eine Stunde der Ruhe zu!“ fuhr er fort und löſchte die Lampe aus, welche bei dem ſchon anbrechenden Tage unnöthig wurde. Dann führte er den Jüngling zu dem gemeinſchaftlichen Lager, ihn, der noch vor wenig Augenblicken ein Fremder für ihn, der jetzt ihm Bruder war und durch ſtärkere Bande, wie die des Blutes. So ſchnell und ſo feſt bindet der Glaube da, wo die Hoffnung für beide Theile dieſelbe iſt und wo die Liebe ihren Segen ſpricht.


