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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
Entstehung
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mit dumpfer Stimme: „Saalecker! bei der Leiche meines Heimich habe ich geſchworen, daß der Erſte, der es wagen wird, jenes Fel⸗ enneſt zu verlaſſen, des ſchmählichſten Todes ſterben ſoll. Ich duͤrſte nach dem Blute des Heidenvolkes, wer mit ihnen Gemeinſchaft hat, iſt dem Tode verfallen! Dedo! Ihr hörtet meinen Schwur, thut deshalb an ihm, wie ich beſchloſſen, denn meine Augen ſollen den Buben nicht mehr ſehen, der allein alles Un⸗ heil uͤber mein Haupt gebracht!“ Raſch wandte ſich der Alte und lehnte das grimmig ver⸗ zerrte Geſicht gegen die Wand des Zeltes, der Saalecker aber ſchritt mit teufliſchem Grinſen hinaus und auf einen Wink ſielen die Knechte mit roher Wuth uber den treuen Kuno her, ihre Faͤuſte riſſen ſein Wamms in Betzen und zerſchlugen ſeinen nackten Leib mit Speer und Schwert. Andere hatten indeß auf Geheiß Dedos die hohe Fichte von den unteren Aeſten befreit und berſelben durch ein Querholz die Form eines Kreuzes gegeben.