168 ſähe ich die Eurigen nicht mit blutigen Köpfen dort unten am Boden liegen, ſo möchte ich faſt glauben, Ihr hättet den weiten Weg ge⸗ macht, um bei der Hochzeitsfeier Eurer Toch⸗ ter mit dem Graf Segeſt von Scharzfels zu⸗ gegen zu ſein. Freilich kaͤmt Ihr auch dazu zu ſpät, denn Jemgard iſt bereits mein Weib! Wollt Ihr Euch ſelbſt uͤberzeugen von un⸗ ſerm Gluͤcke, wollt Ihr die Tochter ſehen? wohlan! die Pforte ſoll Euch geoͤffnet werden, doch Euer zahlreiches Gefolge wurde nicht Raum genug finden in dieſen Hallen und mag ſich indeſſen zuruͤckiehen bis an jene Waldecke!“ Grimmig verzog der Rudelsburger das Geſicht, wetzte die Zaͤhne wie ein ver⸗ undeter Eber und hob drohend die Rechte. Ein lautes Gelachter ertönte aus den Kehlen zfelſer Knappen und Segeſt fuhr fort: „Auch in unſern Harzbergen haͤngen wir nch feſt an den alten Sitten und befolgen die weiſen Lehren der Ahnen. Wohl ſoll das Kin m Vater gehorſam ſein und thun,
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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
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