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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
Entstehung
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Eures Verderbens, eine kurze Spanne Zeit habt Ihr nur noch zu leben, um das an mir

veruͤbte Böͤſe einigermaßen wieder gut zu machen. Gebt die Irmgard heraus, auf daß ſie den vaͤterlichen Zorn fuͤhle und noch heute dem Saalecker angetraut werde! Ich wollte Euch ſpießen laſſen, doch, ſofern Ihr augen⸗ blicklich die Eingaͤnge öffnet, trifft Euch ein ritterlicher Tod. Ehe die Sonne ſinkt, wehet die Kreuzesfahne auf den Zinnen Eurer Burg, jeder Widerſtand waͤre fruchtlos, jeder Bluts⸗ tropfen, den die Meinen um Euch noch ver⸗ gießen, ſoll tauſendfach vergolten werden!“ Nach dieſer Rede ſchwieg der Rudelsburger und ſchaute ſo kuͤhn zum Burgherrn auf, als ob es gar keinem Zweifel unterlaͤge, daß ſich ihm die Thore noch heute oͤffnen wuͤrden. Doch uͤber Segeſts ſchoͤnes Geſicht legte ſich ein ſpottiſches Läͤcheln, er ſtrich den ſchwarzen Bart, der ſeine Lippen uberſchattete, wohlge⸗ faͤllig, und erwiederte dann: „Eure Scherz⸗ rede verſetzt mich in die frohlichſte Lune