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mit der erquicklichen Luft neu Muth einzuathmen. Langſam wandelte ſie hin zu ihrem Lieblingsplätzchen zu der bereits durch die Jahreszeit verdorrten Jasminlaube,
als ſie jetzt eine Maͤnnergeſtalt gewahrte, die,
den Kopf auf die Hand geſtützt, zu ſchlum⸗
mern ſchien. Unbeweglich ſaß die Geſtalt auf
der Moosbank, das braune Lockenhaar beweg⸗
te ſich im leiſen Windzuge. Einen Augen⸗
blick war das Fräulein betroffen, doch dann
legte ſie ihre Hand ſanft auf das lockige Haupt des Schlummernden und ſprach: „Kuno! wa⸗ rum meideſt Du Dein Lager und traumſt in der kühlen Laube? Gehe hin und leg' Dich zur
Ruhe, Du ſiehſt ſo bleich aus und der kalte Nachtthau mochte Dir ſchaden!“ überraſcht
von dieſer Anrede, richtete ſich Kuno, der
junge Knappe des Rudelsburgers, empor und
zeigte dem theilnehmenden Fraulein Kein er⸗
ſtauntes Geſicht, das in den ſanften 3ügen Der treue Knappe am Kreuz. 4


