35 lispelte ſie, „nehmt aus meiner Hand dieſe Gabe, moͤge ſie Euch ſtets eine liebe Erinne⸗ rung ſein an mich!“ Hiermit druckte ſie ihm den Helm auf ſein lockiges Haupt und er haͤtte vor Entzucken faſt das Aufſtehen ver⸗ geſſen, indeß Benno vor Zorn haͤtte berſten moögen. Alle eilten nun der großen Halle wwrieder zu, wo die lange Eichentafel neuer⸗ dings mit Speiſe und Trank reichlich ange⸗ fuͤllt war und die Gäͤſte wacker zulangten. Auch der Saalecker bemuͤhete ſich, den ge⸗ habten Schjmpf zu vergeſſen und war eben im Begziff, einen gefüllten Humpen hinunter zu ſtuͤtzen, als ihn der alte Ritter von Grei⸗ fenſteln am Arme erfaßte und zum nahen Boſenfenſter zog. „Benno von Saaleck!“ beſann hier der Alte, „wie habt Ihr Euer reuwort ſo ſchnell vergeſſen koͤnnen, wie bnntet Ihr meiner Tochter Ehre ſo ſchand⸗ ſch verletzen, als Ihr Euch plotzlich nicht ehr um ſie kummertet und der Rudelsbur⸗ gerin Eure Hand antrugt? Meint Ihr der
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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
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