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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
Entstehung
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33 wehete auf ſeinem reich mit Silber verziert S Helme. Als er die Mitte des Burghofes et⸗ reicht hatte, ſchlug er das Viſir auf und

glotzte mit den großen grauen Augen ſtarr

umher. Unter der platten Naſe prangte ein fuchsrother, ſchon mit vielem Grau gemiſchter Bart, der mit dem ſtruppigen, gleichfarbigen Haupthaar zuſammen zu laufen ſchien. Hoch⸗ muͤthig blickte er umher und grußte nur fluch⸗ tig den Hausherrn, der ihm entgegen ſchritt und die Rechte zum Willkommen bot. „Ihr verweiltet Euch lange,“ ſprach der Rudels⸗ burger, „und faſt hätte ich nach Euch ge⸗ ſendet und zur Eile mahnen laſſen, denn die Roſtſtuͤcke ſind längſt fuͤr die Gaͤſte zerlegt und die Humpen bis zum Rande gefüͤllt. Faſt haͤtte ich geglaubt, Ihr wolltet uns heute

Eure Gegenwart nicht ſchenken, obgleich Ihr

ſonſt ein Rennſpiel nicht zu verſchmähen

flegt!“ „Laßt es gut ſein,“ entgegnete der pfleg

Anger dete zümlich barſch, „Eurer hochmüthi⸗ gen Dirne werde ich noch allzu früh kommen!“