30 „Holdes Fraͤulein, verzeiht es dem Fremden, wenn ſein theilnehmendes Herz ihn zwingt, wie ein Bruder gegen Euch zu reden. Nicht unbemerkt konnte es mir bleiben, daß ein ge⸗ heimer Kummer Eure Seele trubt und inſo⸗ fern Ihr irgend Zutrauen zu mir habt, ſo laßt mich die Urſache deſſelben wiſſen. Was in meinen Kräften ſteht, werde ich für Euch wagen, Blut und Gut, ſelbſt das Leben!“ Irmgards dunkle Augen, die ſie ernſt und traurig zu ihm aufgeſchlagen hatte, trafen wie ein Zauberlicht ſein bebendes Herz und er hoͤrte jetzt die Geſchichte ihres Grames und wie ſie lieber den Tod ſuchen wolle, als dem verhaßlen Ritter Benno von Saaleck die Hand am Altare reichen. „O! Graf Segeſt!“ ſetzte ſie am Schluſſe ihrer Mittheilung hinzu, „o Graf Segeſt, Ihr kennt ihn ja nicht, kennt den Tuͤckiſchen nicht, der unter der Maske der Redlichkeit um meine Hand wirbt, ihn, den ſein graues Haar an das nahe Grab er⸗ innern ſollte. Ja, glimmte auch nur ein
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Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
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