Druckschrift 
Der treue Knappe am Kreuz oder: Der blutige Gang zur St. Johannniskapelle : Rittergeschichte aus der grauen Vorzeit / von F. Thalheim
Entstehung
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ſchon das Unthier die ſcharfen Latzen in den Leib, daß das rothe Blut hoch empor ſpritzte indeß die weißen Fangzaͤhne gierig an der Beute nagten. Röchelnd zuckte der unglück⸗ liche im Todeskampfe, ſeufzend hauchte er ſein Leben aus. Heinrich von Rudelsburg war taumelnd aufgeſprungen und verſuchte dem Ungethuͤme ſeinen Speer in das Genick zu

bohren, aber ſchnell wandte es ſich und warf

ihn, laut bruͤllend, nieder, und ſchaute mit rollenden Augen auf ſein neues Opfer. Schon nahten ſich die blutigen Zaͤhne des Baͤrs dem bleichen Haupte des Jüͤnglings, ſchon blutete auch er aus mehreren Wunden, als plotzlich Hoͤrnerſchall dicht in der Nähe er⸗ klang und eine hohe ſchlanke Maͤnnergeſtalt aus dem Dickigt trat. Ein Silberhelm mit wehendem Roßſchweife bedeckte ſein Haupt und ließ nur wenige der rabenſchwarzen Lo⸗ cken ſchauen, die ſein ſchönes Geſicht um⸗

ſchatteten. Hinter ihm erſchienen ohngefähr

acht bis zehn bartige Knappen und ſtaunten