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Das Gespenst des alten Ritters : romantische Erzählung / von K. von Thal
Entstehung
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„Ja, der Abſcheuliche drängte ſich an mich mit der Miene der Freundſchaft,“ erzählte der Geiſt. „Ich nahm ihn gaſt⸗ freundlich auf, er trank mit mir aus einem Becher, aß mit mir aus einer Schüſſel und ich liebte ihn aufrichtig, wie einen Bruder

und hielt jede Stunde für verloren, die

ich nicht in ſeiner Geſellſchaft verlebte. Er aber belohnte meine Liebe mit Undank, ge⸗ wann Deine Mutter, die ich für keuſch und züchtig hielt, die ich rein glaubte, wie ein friſch gefallener Schnee, verführte ſie zu ſchnöder Luſt und, o daß ich es ſagen muß, vergaß ſich ſo weit, daß ſie, auf Anrathen ihres Buhlen, verzehrend Gift in meinen Becher warf. Mein kräftiger Körper wider⸗ ſtand lange Zeit dem teufliſchen Getränk, ich lebte den Niederträchtigen zu lange, ſie überfielen mich, den Argloſen, in einer düſtern Nacht und erſtickten mich, als ich ſchlafend auf meinem Lager träumte. Schla⸗ fend ward ich von der Hand des Freundes