.
107
nicht feindlich gegen einander handeln wollten.“
„Sprach er weiter nichts?“ fragte Adelgunde dreiſter.
Er wollte nach der Ettersburg reiten, ſagte er noch, um dort einen lang ver⸗ ſprochenen Beſuch abzuſtatten.“
Adelgunde biß die kleinen weißen Zähne zuſammen, denn die Töchter des Ettersburgers waren wegen ihrer Schön⸗ heit in der Gegend berühmt. Adelgunde klagte im Herzen über den Unbeſtand der Männer, denn nur aus der Urſache, ſich dort eine Gemahlin zu holen, konnte er dahin reiten.
Da ſie jetzt volle Freiheit hatte in der Burg umher zu gehen, ſo durch⸗ ſuchte Adelgunde, um ſich zu zerſtreuen, faſt alle Gemächer. Eins davon ſchien ihr ganz bekannt zu ſein. Ein blaues Band, welches ſie fand, erkannte ſie für


