Teil eines Werkes 
16. bis 19. Bändchen (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

185

einen Andern bitten müſſen, mir ihre guten Eigenſchaften und Tugenden auszudeuten. Ich gebe meines Oheims Aufforderungen nach und nehme unter ſeiner Gewähr⸗ leiſtung Blanche und einen Sitz im Parlament, Reich⸗ thum und Ehrgeiz und Laufbahn; und ſiehe! das Glück kommt und läßt mir ein Weib ohne Mitgift, die ich zum Erſatze für ein Herz genommen hatte. Warum war ich nicht ehrlicher, oder warum bin ich's nicht weniger? Es hätte meinem armen Onkel keinen Schmerz gemacht, Blanche's Geld zu nehmen, woher es auch käme, er kann es ſogar nicht verſtehen, iſt bitter böſe, das Herz bricht ihm faſt bei den Skru⸗ peln, die mich daſſelbe zurückweiſen laffen. Ich kann es Niemand recht machen; ein verkrüppelter, ſchwacher, unvollkommener Wicht, ſcheint es, als ob ich für gar kein Glück paßte; ich mache weder mich noch irgend Jemand, der mit mir in Berührung kommt, glücklich. Welche Ausſicht hat dieſes arme, kleine, leichtfertige Mädchen, das meinen obſkuren Roman und mein Glück mit mir theilen ſoll? Ich habe nicht einmal Ehrgeiz, um mich aufzuregen, noch Selbſtachtung genug, um mich ſelbſt, geſchweige denn ſie, für meinen Durchfall zu tröſten. Wenn ich ein Buch ſchreiben ſollte, das zwanzig Auflagen durchmachte, ſo wäre ich der Aller⸗ erſte, der meinen Ruf verhöhnte, ſage ich. Es könnte mir vor den Gerichtsſchranfen gelingen, mein Glück damit zu machen, daß ich Zeugen aufpoltere und Be⸗ weiſe fälſche. Iſt das ein Ruf, der meinen Beſtrebun⸗ gen genügte, oder ein Amt, dem ich mein Leben wid⸗ men möchte? Wie wünſchte ich der Prieſter dadrüben zu ſein, der nie ſeine Augen von ſeinem Brevier erhob, außer da wir im Reigate Tunnel waren, wo er Nichts ſehen konnte; oder der alte Gentleman dort neben ihm, der über ſeine Zeitung mit Blicken des Haſſes ihn an⸗ ſchielt. Der Prieſter verſchließt ſeine Augen der Welt, hat aber ſeine Gedanken bei dem Buche, das ſein Weg⸗ weiſer iſt in die zukünftige Welt. Sein Nachbar haßt