360
„Ich dachte — ein kleines Geſchenk für ſie — im Falle Etwas paſfiren ſollte; und Du weißt, mit meiner Ge⸗ ſundheit ſteht es nicht am Beſten — Richts, als die ge⸗ wöhnliche Dankbarkeit, weißt Du — und ich habe im Sinne, Dir Alles, was ich beſitze, zu vermachen —. Und ich kann es mit dem, was mir von meinem jährlichen Einkommen übrig bleibt, bezahlen; ja das kann ich,“ rief Williams ſchwacher Schwager aus.
Der Oberſt drang in Jos, daß er alsbald fliehen — daß er nach Indien zurückkehren ſolle, wohin ihm Mrs. Crawley nicht nachfolgen koͤnne; und erſuchte ihn, eine Verbindung abzubrechen, welche, wie er hinzuſetzte, die un⸗ glücklichſten Folgen für ihn haben könne.
Jos ſchlug die Hände zuſammen, und rief: „Er wolle nach Indien zurückkehren. Er wolle Alles thun, was man von ihm verlange, nur ſolle man ihm etwas Zeit laſſen; man dürfe aber Mrs. Crawley Nichts davon ſagen.“
„Sie würde — ſie würde, fügte Jos hinzu, „mich um⸗ bringen, wenn ſie es wüßte. Du weißt nicht, welch⸗ fürchterliches Weib ſie iſt.“
„Warum gehſt Du dann nicht ſogleich mit mir?“ antwortete Dobbin; allein Jos hatte nicht ſo vielen Muth. „Er wolle Dobbin am nächſten Morgen wieder ſprechen; er dürfe aber ja nicht ſagen, daß er da geweſen. Jetzt müſſe er gehen. Becky könne nach Hauſe kommen.“
Und Dobbin verließ ihn voll unheimlicher Ahnungen.
Er ſah Jos nie wieder.
Drei Monate darauf ſtarb Joſeph Sedley zu Aachen. Es ſtellte ſich heraus, daß ſein ganzes Vermogen zu Speculationen verwendet worden, und daß daſſelbe durch werthloſe Aktien von verſchiedenen, in Seifenblaſen machen⸗
den Geſellſchaften repräſentirt war. Sein ganzes wirk⸗
liches Vermögen beſtand in den 2000 Pfund, für welche ſein Leben verſichert war, und die zur Hälfte ſeine viel⸗


