Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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Amaliens Zimmer, um zu ſehen, ob er ſie nicht bereden konnte, an dieſem Mahle Theil zu nehmen. „Verſuche es doch einmal,“ ſagte er; „die Suppe iſt recht gut. Verſuche es doch einmal, Emmy,“ und er küßte ihre Hand. Nimmt man den Tag der Trauung Amaliens aus, ſo hatte er ſich ſeit Jahren noch nie ſo gewaltig angeſtrengt, um ſeiner Schweſter ſeine Aufmerkſamkeit zu beweiſen.

„Du biſt recht gut und freundlich, Joſeph,“ ſagte ſie. „Und Jedermann iſt gut und freundlich, aber laß' mich doch heute in meinem Zimmer, ich bitte Dich darum.“

Der Duft der Suppe war indeſſen für Mrs. O'Dowd's Naſe allzu einladend, und ſie dachte daher, ſie wolle Herrn Jos Geſellſchaft leiſten. Und ſo ſetzten ſich die Beiden zum Eſſen nieder. „Der Herr geſegne es,“ ſagte die Majorin feierlich: ſie dachte an ihren ehrlichen Mick, der an der Spitze ſeines Regiments ritt. „Die armen Burſche werden heute wohl nur ein ſchlechtes Mittageſſen kriegen,“ ſagte ſie mit einem Seufzer, und fing dann, wie eine Philoſophin an, es ſich ſchmecken zu laſſen.

Mit jedem neuen Gerichte nahm auch Jos' gute Laune zu. Er wollte die Geſundheit des Regiments aus⸗ bringen, oder vielmehr unter irgend einem Vorwande ſich bei einem Glaſe Champagner gütlich thun. „Wir wollen auf das Wohl O'Dowd's und des tapfern — ſten Regi⸗ ments trinken,“ ſagte er, ſich galant gegen ſeinen Gaſt, die Majorin, verbeugend. „He, Mrs. O'Dowd! Füllen Sie doch Mrs. O'Dowd's Glas, Iſidor.“

Aber mit einem Male fuhr Iſidor zuſammen, und legte die Majorin Meſſer und Gabel weg. Die Fenſter des Zimmers ſtanden offen, und gingen nach Süden, und ein dumpfer, ferner Schall kam in dieſer Richtung über die von der Sonne beleuchteten Dächer her.

„Was iſt das?“ ſagte Jos. „Warum ſchenken Sie nicht ein, Sie Schlingel?“

„Cest le feu, ſagte Iſidor, auf den Balkon rennend.