Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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der Einladungskarte genug, — umgeſchaut, und Amalie auf eine Bank geſetzt hatte, überließ er dort ſeine Frau ihren eigenen Gedanken, und war wohl der Anſicht, daß er ſchon genug gethan, indem er ihr neue Kleider gekauft, und ſie auf den Ball begleitet hätte, und es ihr freiſtünde, ſich zu amüſiren, wie ſie könnte. Ihre Gedanken waren jedoch nicht von der angenehmſten Art, und, den ehrlichen Dobbin ausgenommen, kam auch Niemand, um ſie in denſelben zu ſtören.

Während ſie durch ihr Erſcheinen gar kein Aufſehen erregte (wie ihr Gatte mit einer Art Wuth fühlte), war das Débüt der Mrs. Rawdon Crawley im Gegentheile ungemein brillant zu nennen. Sie kam erſt ſehr ſpät. Ihr Geſicht war freudeſtrahlend, ihr Anzug die Vollkom⸗ menheit ſelbſt; inmitten der großen Perſonen, die ſich eingefunden, und der Augengläſer, die ſich auf ſie richte⸗ ten, ſchien Rebekka ſo kaltblütig und gefaßt zu ſein, wie damals, wo ſie die kleinen Mädchen der Miß Pinkerton in die Kirche zu führen hatte. Was die Herren betrifft, ſo kannte ſie deren bereits ziemlich viele, und die Dandies drängten ſich um ſie. In Betreff der Damen iſt ſoviel zu ſagen, daß man ſich unter ihnen zuflüſterte, Rawdon habe ſie aus einem Kloſter entführt, und es ſei dieſelbe eine Verwandte der Montmoreney'ſchen Familie. Sie ſprach das Franzöſiſche ſo rein, daß an dem Gerüchte wohl etwas Wahres ſein konnte, und man konnte nicht in Abrede ziehen, daß ihre Manieren fein, und ihr Aeuße⸗ res distingué ſei. Fünfzig Tänzer drängten ſich in einem Augenblicke um ſie, und buhlten um die Ehre, ſie zum Tanze führen zu dürfen. Allein ſie ſagte, ſie ſei bereits engagirt, und wolle nur ſehr wenig tanzen; worauf ſie mit einem Male auf den Platz zuging, wo Emmy ganz unbeachtet und unaus ſprechlich unglücklich ſaß. Und ſo ging denn, um dem armen Kinde mit einem Male das Garaus zu machen, Mrs. Rawdon in aller Eile auf ihre theuerſte Amalie zu, und grüßte ſie herzlichſt, und fing