Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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George nahm die Einladung an, obwohl ſeine Frau nicht ganz wohl war. Sie waren jetzt noch nicht volle ſechs Wochen verheirathet. Eine andere Frau lachte auf ihre Koſten, oder verhöhnte ſie, und es brachte ihn nicht auf. Er war nicht einmal gegen ſich ſelbſt aufgebracht, der gutmüthige Burſche. Es iſt eine Schande, geſtand er ſich innerlich; allein was in aller Welt kann ein junger Kerl thun, wenn ein hübſches Frauenzimmer ſich ihm in den Weg wirft? „Ich habe in Betreff der Frauenzimmer ziemlich freifinnige Grundſätze,“ hatte er oft, lächelnd und ſchlau nickend, zu Stubble, und Sporney, und anderen Ka⸗ meraden am Offizierstiſche geſagt; und dieſe Herren ach⸗ teten ihn wegen ſolcher Tapferkeit nur um ſo mehr. Seit undenklichen Zeiten ſind Liebeseroberungen bei den Män⸗ nern auf dem Jahrmarkte des Lebens ſtets ein Gegenſtand des Stolzes geweſen, dem nur die Eroberungen im Kriege mit Erfolg die Palme ſtreitig machen konnten; denn wie könnten ſonſt Schulbuben mit ihren Liebſchaften ſich breit machen, oder Don Juan ſo beliebt ſein?

So ſuchte denn Herr Osborne, feſt überzeugt, daß es einmal ſeine Beſtimmung ſei, Frauenzimmer zu er⸗ obern, nicht gegen ſein Schickſal anzukämpfen, ſondern ergab ſich mit vieler Selbſtgefälligkeit darein. Und da Emmy nicht viel ſagte, und ihn auch mit ihrer Eiferſucht nicht plagte, ſondern bloß unglücklich wurde, und ingeheim ihrem Kummer nachhing, ſo ließ er ſich beigehen, ſich einzubilden, daß ſie gar keine Ahnung von dem hätte, was doch keinem ſeiner Bekannten verborgen war, — von der verzweifelten Liebelei nämlich, die zwiſchen ihm und Mrs. Crawley ſich angeſponnen hatte. So oft ſie frei war, ritt er mit ihr aus. Bei Amalien ſchützte er Regiments⸗ geſchäfte vor (eine Lüge, wodurch ſie ſich nicht im Min⸗ deſten täuſchen ließ), und brachte, ſeine Frau zur Ein⸗ ſamkeit oder zur Geſellſchaft ihres Bruders verdammend, ſeine Abende beim Crawley'ſchen Ehepaare zu, wobei er ſein Geld an den Mann verlor, und ſich ſchmeichelte, daß