Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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führung ihrer neuen Nichte, daß Rebekka kaum erfreut geweſen wäre, wenn ſie gewußt hätte, daß man ſolche Nachforſchungen über ſie anſtelle.

Die Reſultate aller dieſer fleißigen Nachſuchungen wurden Miß Crawley natürlich nicht vorenthalten; im Gegentheil Mrs. Rawdon Crawley war die Tochter einer Operntänzerin. Sie ſelbſt hatte getanzt. Sie hatte den Malern Modell geſeſſen. Sie war erzogen worden, wie es für die Tochter ihrer Mutter paßte. Sie trank Genever mit ihrem Vater u. ſ. w. u. ſ. w. Es war ein liederliches Frauenzimmer, das einen liederlichen Mann geheirathet; und die aus Mrs. Bute's Erzählung her⸗ vorgehende Nutzanwendung war, daß die Schlechtigkeit des Paares unverbeſſerlich ſei, und daß keine Perſon, ſo Etwas auf ſich hielte, je wieder Notiz von ihnen nehmen würde.

Dieß waren die Materialien, welche die umſichtige Mrs. Bute in Park Lane ſammelte, — gleichſam der Proviant und die Munitivn, womit ſie das Haus gegen die Belagerung befeſtigte, die, — wie ſie wohl wußte, — Rawdon und ſeine Frau nicht unterlaſſen würden, gegen Miß Crawley auszuführen.

Wenn aber an ihren Anordnungen Etwas zu tadeln iſt, ſo iſt es das, daß ſie zu eifrig war: ſie war etwas zu geſchickt, und chat des Guten etwas zu viel. Ohne allen Zweifel machte ſie Miß Crawley kränker, als gerade nöthig war; und obgleich die alte Patientin ihrer Auto⸗ rität erlag, ſo war dieſe doch ſo ermüdend und ſtrenge, daß das Opfer bei der erſten günſtigen Gelegenheit, welche ſich darbot, ſich geneigt fühlen mußte, dieſelbe abzuſchüt⸗ teln. Geſchickte Weiber, die Zierden ihres Geſchlechtes, — Weiber, die für Jeden Alles anordnen, und ſo unend⸗ lich beſſer, als die betreffende Perſon, wiſſen, was für ihre Nachbarn gut iſt, laſſen pisweilen die Möglichkeit einer häuslichen Revolte außer Acht, oder andere äußerſte