Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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Jemima mußte die Quittungen und Briefe des Zeichen⸗ lehrers herbeiholen. Der eine kam aus einem Spunging⸗ Houſe: ²) in einem anderen wurde um Vorſchuß gebeten; wieder ein anderer war voller Dankbarkeit für die Auf⸗ nahme Rebekkas im Hauſe der Dame von Chiswick: und das letzte Dokument aus der Feder des unglücklichen Künſtlers war das, worin er, von ſeinem Todtenbette aus, ſein verwaistes Kind Miß Pinkerton's Schutz empfahl. In der Sammlung befanden ſich gleichfalls jugendliche Briefe und Bittſchriften, worin ſie angelegentlichſt um Unter⸗ ſtützung für ihren Vater bat, oder ihre Dankbarkeit aus⸗ drückte. Vielleicht gibt es auf dem Jahrmarkte des Le⸗ bens keine beſſern Satyren, als eben Briefe. Nehmt einen Pack von denen, ſo euer theurer Freund euch vor zehn Jahren geſchrieben — euer theurer Freund, den ihr jetzt haßt. Seht einen Haufen von Briefen an, die euere Schweſter euch geſchrieben; wie ſehr hinget ihr an ein⸗ ander, bis ihr wegen des Legats von zwanzig Pfund mit einander Streit bekamet! Langet die erſten Schreibverſuche eures Sohnes herab, der ſeitdem durch ſeinen ſelbſtſüchti⸗ gen Ungehorſam euch halb das Herz gebrochen; oder einen Stoß von den eurigen, die unendliche Gluth und ewige Liebe athmen, und von eurer Geliebten zurückgeſendet wurden, als ſie den Nabob heirathete — von eurer Ge⸗ liebten, um die ihr euch jetzt nicht mehr bekümmert, als um die Königin Eliſabeth. Gelübde, Liebesſchwüre, Ver⸗ ſprechungen, vertrauliche Mittheilungen, Dankbezeigungen, — wie ſeltſam liest ſich das nach Verfluß einiger Zeit! Auf dem Jahrmarkte des Lebens ſollte es ein Geſetz geben, vas die Vernichtung jedes geſchriebenen Dokuments (mit

*) Das Haus eines Bailiff, worin Arreſtanten, gewöhn⸗

ſich verhaftete Schuldner, einſtweilen verwahrt werden,

bis ihnen ein beſtimmtes Gefängniß angewieſen wird; in dieſem Falle zehrt der Bailiff auf Koſten des Ge⸗ fangenen.