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kleinen über, ohne durch eine Aeußerung an den Tag zu legen, daß ſie den Unterſchied fühle; hlieb meiſtens in ihrem Zimmerchen; härmte ſich im Stillen ab; und ſtarb täglich mehr dahin. Ich will damit nicht ſagen, alle Frauenzimmer ſeien ſo. Meine theure Miß Bullock, ich glaube nicht, daß Ihr Herz alſo brechen würde. Sie ſind ein verſtändiges junges Frauenzimmer, und haben die rechten Grundſätze. Ich will auch nicht ſagen, daß das meinige brechen würde: es hat Vieles ausgeſtanden, und iſt am Leben geblieben, wie ich geſtehen muß. In⸗ deſſen gibt es doch einige Seelen, die ſo zart organiſirt, ſo ſchwach und ſanft und zärtlich ſind.
So voft der alte John Sedley an das Verhältniß zwiſchen George und Amalie dachte, oder mit einigen Worten darauf hindeutete, geſchah es mit einer Bitterkeit, die faſt nicht minder groß war, als die, ſo Herr Osborne ſelbſt gezeigt hatte. Er verfluchte Osborne und deſſen Familie als herzloſe, miſerable, undankbare Geſchöpfe. Er ſchwor, daß keine Macht auf Erden ihn bewegen ſolle, ſeine Tochter dem Sohne eines ſolchen Halunken zu ge⸗ ben, und er befahl Emmy, ſich George aus dem Sinne zu ſchlagen, und alle Geſchenke und Briefe zurückzugeben, ſo ſie je von ihm empfangen.
Sie verſprach, ſich in ihr Schickſal ergeben zu wol⸗ len, und verſuchte es, zu gehorchen. Sie packte die we⸗ nigen Schmuckſachen zuſammen; und was die Briefe an⸗ langt, ſo zog ſie ſie aus dem Orte hervor, an dem ſie ſie aufbewahrte; und las dieſelben durch — gleich als ob ſie dieſelben nicht ſchon auswendig gewußt hätte: aber von ihnen konnte ſie ſich nicht trennen. Das war zu viel für ſie; ſie ſteckte ſie wieder in ihren Buſen — wie man ſchon Weiber geſehen hat, die ihr todtes Kind ſäugten! Die junge Amalie fühlte, daß ſie ſterben oder geradezu von Sinnen kommen würde, wenn man dieſen letzten Troſt ihr entzöge. Wie pflegte ſie zu erröthen und aufzuleben, ſo oft früher einer von dieſen Briefen kam! Mit welch'


