Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1850)
Entstehung
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ſie das gerade Gegentheil ſagen ſollten; tragen ſtets ein lächelndes Geſicht zur Schau (ein trauriges Lächeln das!), während ſie am Rande des Bankerottes ſtehen; — ſind bereit, unter jedem Vorwande eine Zahlung zu verſchie⸗ ben, oder Geld zurückzuhalten, um den unausbleiblichen 3 Ruin noch einige Tage hinausſchieben zu können. „Nie⸗ der mit ſolcher Unehrlichkeit!“ ſagt der Gläubiger froh⸗ lockend, und zieht ſeinen finkenden Feind im Kothe herum. „Du Narr, warum klammerſt Du Dich an einen Stroh⸗ 1 halm an?“ ſagt der kalte geſunde Menſchenverſtand dem Manne, der am Ertrinken iſt. „Du Schuft, warum willſt Du nicht in der Gazette ſtehen, in der Du nun doch ein⸗ mal figuriren mußt?“ ſagt der Reichthum zu dem armen Teufel, der ſich in dieſem ſchwarzen Abgrunde abkämpft. 34 Wer hat nicht ſchon den Eifer bemerkt, womit die in⸗ timſten Freunde und die ehrlichſten Menſchen einander 32 wegen Betrugs im Verdachte haben, und ſich gegenſeitig deſſelben beſchuldigen, wenn ſie wegen Geldſachen Streit bekommen. Jedermann thut es. Jedermann hat ver⸗ muthlich Recht, und die Welt iſt ein Schelm.

Und dann war bei Osborne noch das unerträgliche Bewußtſein vorhanden, daß er einſt von Sedley Wohl⸗ thaten empfangen; das ſtachelte und ärgerte ihn und, wie man weiß, ſo macht ein ſolches Gefühl die Feindſchaft ſtets noch ärger. Endlich mußte er die beabſichtigte Hei⸗ rath zwiſchen Sedley's Tochter und ſeinem Sohne rück⸗ gängig machen; und da die Sache ſchon ſehr weit ge⸗ diehen, und das Glück, ja vielleicht der gute Ruf des armen Mädchens compromittirt war, ſo war es abſolut nothwendig, zu zeigen, daß die ſtärkſten Gründe für den Bruch vorhanden, und zu beweiſen, daß John Sedley wirk⸗ lich ein ganz ſchlechtes Subjekt ſe.

Bei den Gläubiger⸗Verſammlungen benahm ſich da⸗ her John Osborne mit einer ſolchen Wuth und einer ſolchen Verachtung gegen Sedley, daß es ihm faſt gelang, dem ruinirten banferotten Manne das Herz zu brechen.