„Ihre Mutter war eine Montmorenchy,“ rief die alte Dame, aus Leibeskräften die Klingelſchnur ziehend.
„Ihre Mutter war eine Operntänzerin, und ſie ſelbſt iſt auf der Bühne, oder bei etwas noch Schlimmerem geweſen,“ ſagte Mrs. Bute.
Miß Crawley that noch einen Schrei, und ſank ohn⸗ mächtig zurück. Man mußte ſie in das Zimmer zurück⸗ bringen, das ſie kaum erſt verlaſſen hatte. Ein hyſteri⸗ ſcher Anfall folgte auf den andern. Man ſchickte nach dem Doktor — der Apotheker kam. Mrs. Bute pflanzte ſich an ihrem Bette in der Eigenſchaft einer Wärterin auf. „Ihre Verwandten müſſen in ihrer unmittelbarſten Umgebung ſein,“ ſagte das liebenswürdige Weib.
Kaum war ſie in ihr Zimmer gebracht worden, als eine neue Perſon ankam, der natürlich die Nachricht gleichfalls mitgetheilt werden mußte. Dieſe Perſon war Sir Pitt.
„Wo iſt Becky?“ ſagte der Baronet beim Herein⸗ treten. „Wo ſind ihre Koffer? Sie geht mit mir nach Queen's Crawley.“
„Haben Sie noch nicht die ſtaunenswerthe Nachricht von ihrer heimlichen Verehelichung gehoͤrt?“ fragte die Briggs.
„Was geht das mich an,“ erwiederte Sir Pitt. „Ich weiß, daß ſie verheirathet iſt. Das thut Nichts. Sagen Sie ihr, ſie ſolle alsbald herabkommen, und mich nicht lange warten laſſen.“
„Wiſſen Sie denn aber nicht, Sir,“ fragte Miß Briggs, „daß ſie unſer Dach verlaſſen hat, zum Entſetzen der Miß Crawley, die durch die Nachricht von Kapitän Rawvon's Verehelichung mit ihr an den Rand des Grabes gebracht worden iſt?“ 4
Als Sir Pitt hörte, daß Rebekka mit ſeinem Sohne verheirathet ſei, brach er in ſeiner Zornwuth in ſo heftige Reden aus, daß dieſelben hier wohl nicht am rechten Platze ſtünden; nur ſo viel wollen wir ſagen, daß der


