Sechszehntes Rapitel. Der Brief auf dem Nadelkiſſen.
Wie ſie es angriffen, um einander zu heirathen, kann Jedermann vollkommen gleichgültig ſein. Was kann einen Kapitän, der majorenn, und eine junge Dame, die nicht mehr minderjährig iſt, verhindern, einen Erlaubnißſchein zu löſen, und ſich in einer beliebigen Kirche in London trauen zu laſſen? Wem brauche ich erſt zu ſagen, daß, wenn ein Frauenzimmer einmal Etwas haben will, das⸗ ſelbe gewiß auch ein Mittel ausfindig macht, die Sache zur Ausführung zu bringen? — Meine eigene unmaßgeb⸗ liche Anſicht iſt aber, daß eines Tages, als Miß Sharp ausgegangen war, um den Vormittag bei ihrer theuren Freundin Amalie Sedley in Ruſſell Square zuzubringen, ein Beobachter hätte ſehen können, wie eine Dame, die ihr viel ähnlich ſah, in eine Kirche der City trat, in Geſellſchaft eines Herrn mit gefärbtem Schnurrbarte, der — der Herr nämlich — nach einer Viertelſtunde ſie wie⸗ der an die außen wartende Miethkutſche brachte, und daß dieß ein Brautpaar war, das ſich in aller Stille hatte trauen laſſen.
Und wer auf dieſer Welt kann, nach ſeinen täglichen Erfahrungen, die Wahrſcheinlichkeit, daß ein Herr Je⸗ mand heirathe, in Frage ſtellen? Wie viele weiſe und gelehrte Männer haben ihre Köchinnen geheirathet? Ließ nicht Lord Elvon ſelbſt, der vorſichtigſte aller Sterblichen, ſich beigehen, ein Frauenzimmer zu heirathen, mit dem er durchgegangen war? Waren nicht Achilles und Ajar beide in ihre Mägde verliebt? Und dürfen wir von einem geiſtesarmen Dragoner mit heftigen Wünſchen und wenig Kopf, der noch nie in ſeinem Leben eine Leidenſchaſt zu
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