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haben, trotz dem, daß ſie eine Hexe war. Vielleicht hörte das Compliment auch Sedley ſelbſt, — Rebekka ſprach laut genug, — und er hoͤrte ſie wirklich, und weil er in ſeinem Herzen ſich für einen ſehr ſchönen Mann hielt, ſo durchzuckte das Lob jede Fiber ſeines dicken Körpers, und machte ſie vor Vergnügen beben. Dann kam aber ein Rückſchlag. „Macht das Mädchen ſich über mich luſtig?“ dachte er, und ſo ſtürzte er geraden Wegs auf die Klingel⸗ ſchnur zu und wollte gehen, wie wir geſehen haben, als die Scherze ſeines Vaters und die Bitten ſeiner Mutter ihn bleiben machten, wo er war. Er führte die junge Dame in zweifelnder und unruhiger Gemüthsſtimmung zum Eſſen hinab. „Hält ſie mich wirklich für ſchön 2“ dachte er, „oder macht ſie ſich nur auf meine Koſten luſtig?“ Wir haben von Joſeph Sedley geſogt, er ſei ſo eitel wie ein Mädchen geweſen. Der Himmel beſchütze uns! Die Mädchen brauchen nur das Blatt umzukehren und von Einer ihres eigenen Geſchlechtes zu ſagen: „Sie iſt ſo eitel wie ein Mann,“ und ſie haben dann vollkom⸗ men Recht. Die bärtigen Geſchöpfe geizen ſo ſehr nach Lob, ſind bei ihrer Toilette eben ſo krittlich, auf ihre per⸗ ſoͤnlichen Vorzüge eben ſo ſtolz, ihrer bezaubernden Kraſt ſich eben ſo bewußt, wie nur eine Coquette auf der Welt.
So ging es alſo die Teppe hinab, Joſeph über und über roth im Geſichte, Rebekka ſehr ſittſam und ihre grü⸗ nen Augen auf den Boden niederſchlagend. Sie war weiß gekleidet, mit entblößten Schultern, ſo weiß wie der Schnee — ein Bild der Jugend, unbeſchützter Unſchuld, und anſpruchsloſer, jungfräulicher Einfalt. „Ich muß recht ruhig bleiben,“ dachte Rebekka, „und recht viel Intereſſe für Indien an den Tag legen.“
Nun haben wir gehört, wie Mrs. Sedley einen ſchönen Curry für ihren Sohn zubereitet hatte, gerade, wie dieſer ihn liebte, und im Laufe des Eſſens wurde Re⸗ bekka eine Portion von dieſem Gerichte angeboten. „Was


