Sedley's Abgang nöthig macht, Miß Jemima?“ fragte Miß Pinkerton ſelbſt — jene majeſtätiſche Dame, die Semiramis von Hammerſmith, die Freundin von Doktor Johnſon, die Correſpondentin der Mrs. Chapone ſelbſt.
„Die Mädchen ſind heute Morgen um vier Uhr auf⸗
geſtanden, um ihre Koffer zu packen, Schweſter,“ erwie⸗ derte Miß Jemima; „wir haben ihr einen Strauß ge⸗ bunden.“
„Sage doch ein Bouquet, Schweſter Jemima; es klingt feiner.“
„Nun ja, ein Bouquet, faſt ſo groß wie ein Heu⸗ ſchober; ich habe für Mrs. Sedley zwei Flaſchen von dem Levkojenwaſſer in Amaliens Koffer gepackt, ſowie auch das Recept zur Verfertigung deſſelben.“
„Und ich hoffe, Miß Jemima, Du haſt Miß Sed⸗ leh's Rechnung ausgeſchrieben; dieß iſt ſie, nicht wahr? Recht gut — neunzig drei Pfund und vier Shillinge⸗ Adreſſire ſie an John Sedley, Eſquire, und fiegle dieſes Billet, das ich an ſeine Gemahlin geſchrieben.“
In Miß Jemima's Augen war ein eigenhändiger Brief ihrer Schweſter, Miß Pinkerton, ein Gegenſtand
ebenſo hoher Verehrung, als ein Brief von einem Souve⸗
rän geweſen ſein würde. Nur wenn ihre Schülerinnen die Anſtalt verließen, oder wenn dieſelben im Begriffe waren, ſich zu verheirathen, und ein Mal, als die arme Miß Birch am Scharlachſieber geſtorben war, ſchrieb Miß Pinkerton perſönlich an die Eltern ihrer Schülerin, und es war Jemima's Anſicht, daß, wenn Etwas Mrs. Birch über den Verluſt ihrer Tochter zu tröſten im Stande ſei, es das fromme und beredte Schreiben ſein müſſe,
worin Miß Pinkerton ſie von dem Ereigniſſe in Kenntniß
geſetzt. Im vorliegenden Falle lantete Miß Pinkertons„Billet“ folgender Maßen; —
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