Vorwort. Vor dem Vorhange.
Indem der Direktor des Puppentheaters vor dem Vorhange auf der Bühne ſitzt und über den Markt hinſchaut, befällt ihn beim Anblicke des bunten Treibens eine tiefe Melancholie. Da wird viel gegeſſen und getrunken, viel geliebelt und kokettirt, viel gelacht und geweint, viel geraucht, betrogen, duellirt, geprügelt, getanzt und gegeigt; da drängen ſich Renommiſten im Getümmel hin und her; da beäugeln Stutzer die Frauenzimmer; da leeren Spitzbuben Taſchen; da paſſen Polizei⸗ diener auf; da ſchreien Quackſalber (andere Quackſalber, der Henker hole ſie!) vor ihren Buden, und da ſchauen Jokel zu den beflitterten Tänzern und armen, alten, geſchminkten Luftſpringern auf, während das ſchnellfingerige Volk hinten an ihren Rocktaſchen arbeitet. Ja, das iſt der Jahrmarkt des Lebens; gewiß kein moraliſcher und auch kein luſtiger Ort, wenn es dort auch lärmend genug hergeht. Sehet auf die Geſichter der Schau⸗ ſpieler und der Poſſenreißer, wenn ſie von ihrem
Der Jahrmarkt des Lebens. 1. 1


