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Endlich ruderten ſie an das hübſche Dorf Chelſea hin, wo der Adel viele ſchöne Landhänſer beſitzt; und ſo kamen ſie bei dem Hauſe der alten, verwittweten Vicomteſſe an. Es war ein heiter ausſehendes, neues Haus, und ſtand in der auf den Fluß herausgehenden Reihe. Dahinter befand ſich ein hübſcher Garten; auch hatte man eine ſchöne Ausſicht ſowohl nach Surrey, als nach Kenſington hin, wo der edle, alterthümliche Palaſt von Lord Warwick, dem verſöhnten Gegner Harry's, ſteht.
Hier, im Salon Ihrer Ladyſchaft, ſah der junge Mann wieder einige von den Gemälden, die zu Caſtle⸗ wood geweſen waren, und die ſie beim Tode ihres Ge⸗ mahls, welcher, wie wir wiſſen, Harry's Vater geweſen war, mitgenommen hatte. Insbeſondere, und zwar am Ehrenplatze, bemerkte er Sir Peter Lely's Gemälde, welches die ehrenwerthe Miſtreß Iſabelle Esmond als Diana, in gelbem Atlaskleide, mit einem Bogen in der Hand, und einem Halbmonde auf der Stirn, darſtellte; auch ſprangen darauf Hunde um ſie her. Es war wohl um die Zeit gemalt worden, wo königliche Endymions, wie es hieß, bei dieſer jungfräulichen Jägerin Gnade fanden; und da Göttinnen ſich einer ewigen Jugend erfreuen, ſo glaubte natürlich auch dieſe bis an ihren Todestag, daß ſie nie älter würde. Und ſo kam es denn, daß ſie beharrlich von der Anſicht ausging, ſie gleiche immer noch dem Gemälde.
Nachdem der junge Mann von dem Kammerdiener, der außerdem in dem beſcheidenen Haushalte Ihrer Ladyſchaft noch gar viele Aemter hatte, in ihr Zimmer eingeführt worden war, und nachdem es erſt gehörig lange angeſtanden hatte, geruhte endlich dieſe ältliche Göttin Diana, zu erſcheinen. Ein Mohr in türkiſcher Kleidung, mit rothen Stiefeln und einem ſilbergeſtickten Palskragen, worauf das Wappen der Vicomteſſe zu ſchauen war, ging ihr voran, und trug ihr Kiſſen;


