Erſtes Kapitel.
Ich i im Gefängniſſe, und werde dort beſucht, aber nicht getröſtet.
Es mögen diejenigen, welche da Zengen geweſen, wie der Tod verehrte und geliebte Perſonen vor der Zeit dahingerafft, und welche da wiſſen, wie unmächtig der Troſt iſt, ſich vorſtellen, wie groß die Seelenpein Harry Esmond's ſein mußte, nachdem er bei jener gräß⸗ lichen und blutigen Mittezſhhtaſtene eine Rolle geſpielt hatte. Er hätte, — das fühlte er wohl, — es nicht über ſich gewinnen können, ſeiner theuren Gebieterin vor die Augen zu treten, und ihr die unglückſelige Ge⸗ ſchichte zu erzählen. Er war daher dankbar dafür daß der freundliche Atterbury es auf ſich nahm, ihr die traurige Botſchaft zu überbringen; neben ſeinem Kum⸗ mer aber, den er mit ſich in das Gefängniß nahm, hatte er in ſeinem Herzen das, was ihn ingeheim auf⸗ heiterte und tröſtete.
Ein großes Geheimniß war Esmond mitgetheilt worden von ſeinem unglücklichen, auf dem Todbette liegenden Verwandten. Wollte er es enthüllen, wie er billiger und ehrenhafter Weiſe thun konnte, ſo mußte dieſe Enthüllung nur noch größeren Kummer über die bringen, die er auf dieſer Welt am Meiſten liebte, und die ſchon traurig genug waren. Sollte er Schande und Verlegenheit über alle jene Weſen bringen, an die


