Teil eines Werkes 
[1] (1853)
Entstehung
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6.

Weder mein Vater, noch meine Mutter trug je gepudertes Haar, und Beider Köpfe waren ſo weiß, wie Silber, ſo weit ich mich ihrer noch erinnern kann. Meine theure Mutter beſaß bis an ihr Ende eine außerordentlich friſche und geſunde Ge⸗ ſichtsfarbe; auch wollte Niemand glauben, daß ſie ſich nicht ſchminke. In einem Alter von ſechzig Jahren ſah ſie noch jung aus, und war ſie noch ganz rüſtig und leichtfüßig. Erſt nach jener furcht⸗ baren Belagerung unſeres Hauſes durch die India⸗ ner, in deren Folge ich Wittwe ward, ehe ich Mutter wurde, fing die Geſundheit meiner theuren Mutter an, zu ſchwinden. Sie erholte ſich nie mehr von dem Schrecken und der Angſt, die ſie in jenen Tagen hatte ausſtehen müſſen, welche ſo unglücklich für mich endigten, die ich damals kaum erſt ſeit ſechs Monaten verheirathet war; und ſie ſtarb in den Armen meines Vaters, noch ehe mein Trauerjahr vorüber war.

Von jenem Tage an, bis an das Ende ſeines theuern und ehrenbollen Lebens, war es meine Wonne und mein Troſt, als Tröſterin und Geſell⸗ ſchafterin um ihn zu ſein, und nach den kleinen Anmerkungen, die meine Mutter hie und da in dem Manuſeripte angebracht hat, worin mein Vater ſeine in Europa erlebten Abenteuer beſchreibt, kann ich ſehr wohl die außerordentliche Hingebung und die innige Liebe perſtehen, deren Gegenſtand er für ſie war; — eine Hingebung und Liebe, die ſo lei⸗