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yflegte: 23 habe es nicht ſo gemeint, — verlaß Dich darauf, ich meine es nicht ſo böſe. Ich habe Deine Schweſter ſehr lieb, ungemein lieb; die Art wie ich ſie behandle iſt nur Gewohnheit — nichts wie Gewohnheit.“
„Gewohnheit!“ rief Betſenberger; „ei, das iſt es ja eben, woruͤber wir klagen. Wie wünſchen ja eben, daß Du ſie ablegen ſollſt.“
„Unmoͤglich, mein guter Junge — ganz unmoͤglich.
Wie kannſt Du erwarten, daß ich, nachdem ich ſo viele Jahre mit meiner Seligen gelebt habe — obgleich ich ſie deſſenungeachtet fuͤr einen Engel im Himmel halte — wie kannſt Du da erwarten, daß ich nicht einen naturlichen Gebrauch von meiner Freiheit mache. Du denkſt doch nicht, daß ich der zweiten Madame Kaudel geſtatten wuͤrde, eine Madame Kaudel Nummer Eins zu werden — ſiehſt Du, ich habe alſo den Bogen auf die andere Seite geſpannt.“
„Und dies iſt Deine Vertheidigung?“ rief Betſen⸗ berger.
„Mein vortrefflicher Freund,“ ſagte Kaudel, „die ſchlechte Laune iſt anſteckend. Die Menſchen mogen ſich alſo vorſehen, ehe ſie ſich zuſammen finden. Wenn ich in meiner zweiten Ehe ein wenig den Tyrannen geſpielt
habe, ſo geſchah dies nur, weil ich in der Erſten ein Sklave geweſen bin; und alle Tyrannen, mein lieber


