oöife⸗ Rapitel. en
Vie Kaudel ſeine Frau zur Witwe machte. — Womit er
Tyrannei vertheidigte.
Ehe Kaudel die Welt verließ, hielt er ſeiner bedau⸗
ernswerthen Frau noch viele „Fruͤhſtuͤcksreden,“ wir glau⸗ ben aber den Hauptinhalt ſeiner Predigten mitgetheilt zu haben, denn dieſelben läuteten wie die Kirchenglocken immer die gleichen Töne ab. Den Leſer, welcher der Be⸗ hauptung der erſten Madame Kaudel, daß ihr Gatte wirk⸗ lich ein ärgerlicher Mann ſei, und ihrer Prophezeihung, daß ihn die Welt ſchon noch ſo gut kennen lernen werde als ſie, Glauben ſchenkt, wird das Benehmen des erwähn⸗ ten Individuums gegen die bedauernswuͤrdige, in ſeine Netze gelockte Mamſell Betſenberger ſchwerlich in Erſtau⸗ nen ſetzen. Kaudel ſelbſt gab dafuͤr jedoch eine ſcharf⸗ ſinnige, wo nicht glaubwuͤrdige Entſchuldigung. Sein
Schwager Betſenberger hatte ihm von Zeit zu Zeit Vor⸗
ſtellungen daruͤber gemacht, worauf er denn zu antworten


