„Du mußt ſterben, mein Sohn,“ ſagte der ehr⸗ wuͤrdige Walter von Rouen, als Berengaria heulend aus dem Zelte des Koͤnigs gefuͤhrt wurde. „Bereue, König, und trenne Dich von Deinen Kindern!“
„Es läßt ſich mit einem Sterbenden ſchlecht ſcherzen,“ antwortete der Koͤnig; „Kinder habe ich nicht, guter Biſchof, die meine Beſitzungen erben koͤnnten.“
„Richard von England,“ ſagte der Erzbiſchof, indem er ſeine ſchoͤnen Augen erhob, „Deine Laſter ſind Deine Kinder. Der Ehrgeiz iſt Dein älteſtes Kind, die Grauſamkeit iſt das zweite, die Ueppigkeit das dritte, und Du haſt ſie von Jugend auf gepflegt. Trenne Dich von dieſen Suͤnden-Kindern und bereite Deine Seele, denn die Stunde des Scheidens iſt nahe.“
So gewaltthaͤtig, gottlos und ſuͤndig Richard von England auch geweſen war, ſo trat er dem Tode doch als Chriſt entgegen.
Friede ſei mit der Seele des Tapfern!
Als Philipp von Frankreich die Nachricht erhielt verbot er ſeinen Hoͤflingen ſtreng, uͤber den Tod ſeines Feindes zu jubeln. „Es iſt keine Sache der Freude, ſondern des Schmerzes,“ ſagte er, „daß das Bollwerk der Chriſtenheit und der tapferſte Koͤnig von Europa nicht mehr iſt.“
Was iſt unterdeſſen aus Sir Wilftied von Jvanhoe geworden, den wir verlaſſen, als er ſeinen 4 *


