Zweites Rapitel. Die letzten Tage des Löwen.
Von Calais fuhr Sir Wilftied von Jvanhoe mit der Diligence quer durch das Land bis Limoges, und ſendete unterdeſſen Gurth ſeinen Schildknappen mit den Pferden und ſeiner uͤbrigen Begleitung, außer Wamba, der nicht nur als Narr, ſondern auch als Kammerdiener des Ritters reiſ'te, und ſich auf dem Dache des Wagens damit unterhielt, auf dem Horne des Conducteurs muntere Stuͤckchen zu blaſen, voraus.
Der gute Koͤnig Richard war, wie Jvanhoe erfuhr, in Limouſin und lag vor einer kleinen Burg, Namens Chalus, deren Beſitzer, obgleich ein Vaſall des Konigs, das Schloß mit einer Entſchloſſenheit und Tapferkeit gegen ſeinen Souverain vertheidigte, welche auf Seiten des Monarchen mit dem Loͤwenherzen ungeheure Wuth und Aergerniß erzeugte, denn ſo tapfer und großmuͤ⸗ thig er auch war, liebte der Löwenherzige es doch eben ſo wenig wie ein Anderer, wenn er ſeinen Willen nicht bekam, und riß, wie das königliche Thier, dem er, wie es hieß, glich, gemeiniglich ſeinen Gegner in Stucken, worauf er wohl mit Muße darüber nachdachte, wie tapfer der Letztere geweſen ſei. Der Graf von Chalus hatte, wie es hieß, einen Topf voll Geld gefunden, und Kö⸗


