Teil eines Werkes 
1. Band (1851) Rebecka und Rowena
Entstehung
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den ein Darlehen oder eine Beiſteuer zu erlangen, ein paar hebraͤiſche Capitaliſten briet oder einigen von den vornehmſten Rabbinern die Zaͤhne auszog, ſo ju⸗ belte Rowena und ſagte: „Das geſchieht ihnen ſchon recht, den irrglaͤubigen Boͤſewichtern! England wird nicht eher gluͤcklich ſein, als bis alle dieſe Ungeheuer bis auf den letzten Mann ausgerottet ſind!“ oder ſie rief noch grimmiger ſarkaſtiſch: „Lieber Jvanhoe, wieder eine Judenverfolgung! Willſt Du nicht den Vermittler machen, mein Schatz? Se. Majteſtaͤt wird Dir jeden moͤglichen Gefallen thun, und Du weißt ja, daß die Juden immer ſolche Lieblinge von Dir geweſen ſind,“ und dergleichen mehr.

Deſſenungeachtet verſaͤumte aber die Dame nie eine Gelegenheit, Rebecka's Juwelen bei Hofe zu tra⸗ gen, wenn die Koͤnigin ein Lever hielt, oder bei dem Yorker Aſſiſenballe, wenn ſie dort erſchien, natuͤrlich nicht, weil ſie an ſolchen Dingen Intereſſe nahm, ſondern weil ſie es fuͤr ihre Pflicht hielt, ſich als eine der vornehmſten Damen der Geſellſchaft dort ein⸗ zuſtellen.

So wurde Sir Wilfried von Jvanhoe, als er das Ziel ſeiner Wuͤnſche erreicht hatte, wie Mancher, wenn er auf jene gefaͤhrliche Hoͤhe gelangt iſt, ge⸗ taͤuſcht. Ach liebe Freunde, im Leben iſt dies nur zu oft der Fall! Mancher Garten ſieht aus der Ferne friſch und gruͤn aus, iſt aber, in dichter Naͤhe betrach⸗ tet, truͤbſelig und von Unkraut uͤberwuchert. Die