Teil eines Werkes 
1. Theil (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Rechtglaͤubige ankommen. Ich kann mir vorſtellen, daß auch dieſer Platz noch den fatalen Anblick des Serail-Vaurhall, den ich, ſeitdem ich ihn hatte, nicht wieder verbannen kann, gewinnen, daß der Brunnen des ewigen Weins vertrockene, und der Nectar immer fraglicher werden wird, und daß die Baͤume mit den gebratenen Tauben ihr: „Komm und iß!“ mit immer ſchwaͤcherer Stimme rufen moͤgen — ohne Kraft und Saft darin, denn die Glaͤubigen fangen an, in die Qualität der Lebensmittel Zweifel zu ſetzen. Zu naächt⸗ licher Weile ſieht man wohl betruͤbte Huris unter ihren Zweigen ſitzen, und die duͤnn gewordenen Muſſelinkleid⸗ chen ausbeſſern; Ali, Omer und die Imams ſind zu⸗ ſammengekommen, und halten ſchwermuͤthige Berathung; und das Haupt der Glaͤubigen ſelbſt, der ehrwuͤrdige Kameelfuͤhrer, Kadiſchehs uͤbernaturlicher Gatte, ſitzt in einem eingeſtuͤrzten Kiosk und denkt mißmuthig an das uͤber ihm ſchwebende Schickſal und an den Tag, an welchem ſeine geſegneten Gaͤrten ſo oͤde und leer ſtehen werden, wie der zu Grabe gegangene Olymp.

Die ganze Stadt Rhodus hat dies Gepraͤge, von Verfall und Untergang an ſich. Nur die wenigen hier und da an der Seeſeite ſich präſentirenden Conſulats⸗ wohnungen mit ihren glaͤnzenden, in der Sonne leuch⸗ tenden Flaggen, friſchem Abputz, engliſchem Geſchirr, prangendem Mahagony⸗Meublement u. ſ. w. machen eine Ausnahme. Da ſieht man ſo manche Embleme