Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

64

führte er auf ſeinem Schilde. Die Lögner trugen es zu den Thrniervoͤgten, und dieſen war das Wap⸗ pen unbekannt. Sie forderten deshalb den fremden Ritter vor ſich. Er nannte ſich Dedo von We⸗ ſterwick in Hollſtein, und beharrete dabei, daß er turnierfähig ſey, man ließ ihn deshalb zum Ren⸗ nen kommen. Mehrere Ritter ſprengten gegen ihn an, doch keiner mochte vor ihm boſtehen, alle wur⸗ den in den Sand geworfen oder bügellos. Da ritt Herrmann zu des ſchwarzen Ritters Wappen⸗ ſchilde, und beruͤhrte es mit ſeiner Lanze. Sie trafen auf einander und keiner wankte. Zu einem zweiten Rennen wurden neue Lanzen gebracht. Die Ritter trafen auf einander, und der ſchwarze Ritter wurde bügellos. Fluchend rief er nach ei⸗ ner dritten ſtarken Lanze. Sie ward ihm gereicht und er ſprengte an das Ende der Stechbahn. Al⸗ ler Blicke richteten ſich erwartungsvoll auf dieſe beiden gewaltigen Kämpen. Die Trompeten ſchmetterten, und einem Sturmwinde gleich ka⸗ men die beiden Ritter auf ihren Streithengſten ge⸗ gen einander daher geſprengt. Herrmann bog dem Stoße ſeines Gegners geſchickt aus, und traf dieſen ſo ſtark auf die Bruſt, daß er in den Sand ſtuͤrzte. Wüthend ſprang er wieder auf und zog das