Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1826)
Entstehung
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wartet im Vorzimmer, bis man ench wieder vor uns beſcheiden wird.

Kunz gehorchte ehrfurchtsvoll.

„Was habt ihr wohl auf dieſe harte Anklage vorzubringen, mein lieber Herberger!“ ſprach der Kaiſer ſehr freundlich zu Raben. Dieſer aber fand ſich durch die Herablaſſung des Kaiſers ſehr geſchmeichelt, und wähnte ſeinen Rechtshandel ſchon gewonnen zu haben; darum ſprach er jetzt mit aller Heuchelei, deren er nur fähig war, um auch den Monarchen ganz zu bethören:

„Ihr ſeyd ein ſo weiſer und gerechter Richter, gnaͤdigſter Herr Kaiſer! daß Ihr es daher gewiß

nicht zugeben werdet, daß mich dieſer Gauner um

das Meinige bringe. Er verdient dieſen Namen furwahr mit Recht, weil er ſein Lůgengewebe mit einemn ſo feinen Anſtrich von Wahrheit geſchmückt hat. Ich kenne ihn gar nicht; auch hat er nie bei mir geherbergt, noch weniger aber mir ſo viel Geld

aufzuheben gegeben. Erwäget doch in Gnaden,

würde mir der weiſe Rath dieſer Stadt wohl ein ſolches Amt anbertrauen, als ich bekleide, und wuͤrde ich es wohl werth ſeyn, der Vorſtand mei⸗ ner Mitbürger zu heißen, wenn ich eines ſolchen Schelmſtuͤcks fähig wäre? — Und in welchen