Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1826)
Entstehung
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Es erhob ſich alſo der Kanzler und ſprach:

„Als ſich auf den Befehl Kaiſerlicher Maje⸗ ſtät, als Oberſten Richter des deutſchen Vater⸗ landes, der hier gegenwärtige erlauchte Herr Land⸗ graf von Thüringen mit ſieben alten Rittern die⸗ ſes Landes, auf deren Schildern nicht haftete ir⸗ gend ein Makel der Unehre, nebſt mir verſammelt hatten, um Gericht zu halten uͤber die Schand⸗ baren, welche den Ehrennamen der thůͤringiſchen Ritterſchaft ſtinkend gemacht, ſo ſind vor Unſerm Gericht der Klaͤger ſo viel erſchienen, daß Wir mit der Jahresfriſt mit der Unterſuchung aller ihrer Klagen nicht hätten zu Staude kommen mogen. Raub auf offener Straße; Nichtachtung des ver⸗ kundigten Gottesfricdens, noch ſelbſt der jung⸗ fräulichen Ehre, welche ſie doch bei ihrem Ritter⸗ ſchlag mit Aufſetzung ihres Lebens zu ſchützen ver⸗ ſprochen; Ermordung der Reiſenden; die empö⸗ rendſten Mißhandlungen, ja ſelbſt den Mord ih⸗ rer Leibeignen und noch vicler audern Miſſethaten mehr, ruͤhmten ſich dieſe Böſewichter, als wären es Heldenthaten und verdienten ſie noch Dank und Belohnung von Kaiſer und Reich dafir. Beſon⸗ ders aber haften auf Martin von Künring ſolche Uebelthaten, welche ihn dein Teufel ſelbſt