Nur langſam heilte Herrmanus zerſchoſ⸗
ſener Arm, und als derſelbe endlich wieder her⸗
geſtellt war, ſah man mit Schrecken, daß er ſteif war, und nie wieder ein Schwerd im Kampfe werde ſchwingen koͤnnen.
Noch während der Heilung ihres Gatten ging einſt Hedwig, begleitet von zwei Knap⸗ pen, in das Verließ zu dem Gefangenen.
„Deine Bruͤder — ſprach ſie mit thränen⸗ weicher Stimme zu ihm — haben meinen Va⸗ ter meuchlings gemordet, und meinen Herr⸗ mann ſchwer verwundet. — Vielleicht würdeſt du, wäreſt du in andern Händen, dafuͤr büßen
müſſen. — Ich aber will nicht vergelten Bö⸗ ſes mit Böſem! — Du biſt frei! — Knap⸗ pen! — MNehmt ihm die Ketten ab! — Nun gehe hin, und entfliehe deinem Gewiſſen, wenn du es vermagſt! — Gott ſey Richter zwiſchen uns! — Dies ſage deinen Brüdern! — Nun
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ſo gehe doch, du biſt ja nunmehr frei!““ Der yöchſt Ueberraſchte ſtuͤrzte Hedwig zu Fuͤßen. Ach, geſtrenge Frau! — ſprach er, und Freudenthränen entſtuͤrzten ſtromweiſe ſeinen Au⸗ gen — Ihr ſeyd ein Engel; denn Ihr thut Gu⸗ tes und ſchenkt die Freiheit d dem, der die Ur⸗


