ſchrak auf das heftigſte über dieſe unvermuthete 6 S5
Erſcheinung. Sie trat ſchnell zurüͤck, ſrau⸗
chelte aͤber einen im Wege liegenden Stein, und würde einen ſchweren Fall gethan haben
wenn nicht Herrmanns Arm ſie noch . ten hätte.
Halb todt trug er ſie auf die Burg zuruͤck, und ſie befand ſich ſehr krank. Immer wüthen⸗ der wurden die Schmerzen, und endlich wand ſich durch eine unzeitige Geburt ein Knablein aus ihrem Schvoſe. Sie nahm das Kind in
ihre Arme, blickte laͤchelnd mit der Miene eines
Engels auf daſſelbe herab, und lehnte dann ihr Haupt an Herrmanns Bruſt. Gebrochen war das treue Herz, und ſie entſchlief, um nicht wieder zu erwachen. Auch das Kind ſchien nur deshalb in die Welt getreten zu ſeyn, um ſie auf immer wieder zu verlaſſen; denn weuige Minuten ſpäter folgte es der hinuͤber gegange⸗ nen Mutter nach.
Unbeſchreiblich war der Schmerz Aler, de⸗ nen die Verblichene lieb und theuer war, be⸗ ſonders aber war Herrmann untröſilich⸗ Sein Schmerz war ſtumm, witkte tiefer auf ſeine Seelenkräfte ein, und minn


