* 8
und dem Range und Reichthume des Braut⸗ vaters angemeſſen, wurde ihr Hochzeitsfeſt be⸗ gangen. Auch die Hutte des ärmſten Leib⸗ eignen war vom Jauchzen erfüllt; ; denn die
holde Braut, von allen Armen des Gaues als
ein wohlthaͤtiges Weſen hoͤherer Art verehrt,
hatte mit leichter Muͤhe ihren guten Vater ver⸗ mocht, das Freudenfeſt ihres Herzens alle Un⸗ terthanen der Herrſchaft auf Ei Koſten mit⸗ feiern zu laſſen. 8
Nur Ruprecht ſtimmte an dieſem Freuden⸗ tage nicht mit in den allgemeinen Jubel ein, und hielt ſich nur allein an den Humpen.
So traf ihn Hugo, und ſette ihn daruͤber freundlich zur Rede.
„Laßt mich! — entgegnete ihm der Truͤb⸗ ſinnige — fuͤr mich blühen keine lauten Freu⸗ den mehr. Nur Schwerd und Humpen machen mir Vernügen; und ich beneide Herrmann, daß die tiefe Wunde ſeines Herzens wieder heilte. Die meinige wird ewig bluten. — Wir aber bleiben treue, gute Freunde!“
„Wir ſind's und bleiben's, ſo lange un⸗ ſere Herzen ſchlagen“ — erwiederte Hugo, und zog den biedern Ritter an ſeine Bruſi.
.
—


