einer krankhaften Phantaſie, ein Be⸗ dürfniß eines geſunden Herzens. Dar⸗ um ſchafft auch nur der Mann ſie, nicht das Weib. Darum wird aber auch der Mann ſelten unglücklich durch betrogene Liebe, das Weib immer. Denn auch die kraͤnkſte Phantaſie muß am Ende wieder geſund werden. Das Herz aber, einmal zernichtet, geſundet nie wieder.
Ihre Stimme zitterte bei den letz⸗ ten Worten; man glaubte, ſie unter ihren Schleiern leiſe weinen zu hoͤren. Altheim wurde von einer ſonderbaren Unruhe ergriffen. Adelinens Bild, das Bild des durch ihn zernichteten Herzens, trat mit aͤngſtender Gewalt vor ihn. Es war ihm, als ſchaue es ihn leidend und drohend durch die dunkeln W der Graͤfin an. .
Das Weib immer? rief er un⸗ willkuhrlich aus, überwältigt von den Vorwürfen ſeines Innern. Und nie
ſollte es geſunden konnen? Nie? —


