und mahnend mit ſeiner verſiuͤmmelten Ruine in das Thal ſchauet; ein Schau⸗ der ergriff ihn. Treu wie Roland? rief er unwillkuͤhrlich. Der eigne Verrath, die eigne Untreue trat wie ein drohendes Geſpenſt vor ſeine Seele. Hat nicht, rief er, ein gerechtes Schickſal das Wie⸗ dervergeltungsrecht gegen mich ausgeuot? Hatte nicht auch ich ihr Liebe und Treue geſchworen? Und glaubte nicht auch ſie meinen Schwuren? Und wurde ſie nicht betrogen, verlaſſen, die arme Adeline?
Dieſer Gedanke verließ ihn nicht; vergebens verſuchte er, ihn zu verlie⸗ ren. Immer trat das leidende Bild der verlaſſenen Geliebten vor ſeine Seele und, ſonderhar genug, ſchmolz es bald mit dem Bilde der blinden Gräfin, die ihn gerettet hatte, in Eins zuſammen, ohne daß er ſich Rechenſchaft geben konnte, warum? Deſto dringender wur⸗ de ſein Wunſch, ſie aufzuſuchen und ihr ſeinen Dank auszudruͤcken, für den


