Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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Dachte ſie an jene Ereigniſſe, als die Thür ihres Zimmers auf Schloß Werdenburg ſich öffnete und die Gräfin Ferdinande und Eychen Treue die beiden Brüder zu ihr führten?

„Meine Oheime Leopold und Franz!“ ſagte die Comteſſe.

Die Matrone blickte auf, ſah die beiden edlen Greiſe an, ſah die alten Augen, erkannte die bekannten Züge, erkannte noch mehr, jetzt, nach einem halben Jahrhundert.

Sie reichte dem Mönche, dem Grafen Leopold ihre Hand.

„Wir beide hatten uns geliebt!“ ſagte ſie.

Dann gab ſie die Hand dem Ritter, dem Grafen Franz.

„Und wir beide hatten uns jedes in dem andern getäuſcht! War es nicht ſo?“

„So war es, würdige Mutter!“ ſagten beide Brüder.

Und die Matrone fuhr fort:

„Die Täuſchungen erfüllten wohl uns alle mit tie⸗ fem Schmerz, mit ſchwerem Leid. Dennoch erkenne ich darin eine gnädige Fügung des Himmels. Wir wären auch ohne ſie auseinandergeriſſen worden, aber wir hätten ohne ſie uns hier nicht wieder zuſammengefunden, als drei Menſchen, deren Herzen in Friede und Zufrieden⸗ heit zuſammenſchlagen dürfen und hoffentlich nach dem