Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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Elenden, die wir in wilder Wuth einander nannten. Wir waren nur arme, ſchwache, in der Leidenſchaft ver⸗ irrte, von der Leidenſchaft verwirrte Menſchenkinder. Wie lange, wie ſchwer haben wir dafür gebüßt! Er, ich! Wie ergeben, wie demüthig, wie ohne Murren haben wir dieſe Buße auf uns genommen! Ich, auch er! Wäre er ſonſt gereinigt, geläutert? Und wäre er, wenn er dies nicht wäre, zurückgekommen?“

Draußen im Gange nahte ſich der Zelle ein Schritt.

Der Mönch horchte.

„Ob er es iſt?“

Er ſchüttelte den Kopf.

„Wie ſollte ich ſeinen Schritt noch erkennen können? Wie lange hörte ich ihn nicht mehr! Früher, da kannte ich ihn unter Hunderten. Sein Schritt war mein Schritt. Aber wie lange kann ich mich nur auf dieſer Krücke bewegen! Ach, ſeine Kugel! — Aber wer hatte ſie geleitet? Wer hatte ſeinen Arm bewaffnet? War ich es nicht? War es nicht mein Verrath? Ich hatte mich unter ſeinem Namen eingeführt, unter ſeinem Na⸗ men für mich die Liebe erſchlichen, die ihm gehörte. Er, Franz war es, den ſie liebte. Mich, einen Leopold kannte ſie nicht. Wehe mir! Wie wird er vor mich treten? Faſt ein halbes Jahrhundert hat er unter dem Fluche des Brudermörders gelebt, und ich hatte