Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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rührten aus dem Mittelalter her. Auf die Maſſe der Landleute und des geringern Bürgerſtandes konnten ſie an dem Leidenstage und in der feierlichen Proceſ⸗ ſion noch immer ihren Eindruck machen.

Der Herr Jeſus ſowohl wie Simon waren hohe Geſtalten, das ſah man auf den erſten Anblick; ſie überragten die ſämmtlichen Mönche, in deren Mitte ſie gingen. Weiter war aber auch nichts von ihnen zu erkennen. Doch noch eins. Der nackte Fuß Simons kam unter dem langen Kleide manchmal zum Vorſchein; er war ſchmal, fein geformt, blendend weiß.

Wer war der Herr Jeſus und Simon? Man hatte in den letzten Tagen ſoviel davon geſprochen. Die Frage beſchäftigte jedes Jahr vor der Paſſions⸗ zeit die Gemüther. In dieſem Jahre war es beſon⸗ ders der Fall geweſen.

Ein ſchwerer Verbrecher mache den Herrn Jeſus, hatte es zuerſt geheißen; ſo hatte man immer zuerſt geſagt. Ein Räuberhauptmann oder ein Mörder, hatte es dann ſpecieller geheißen. Dann hatte man beſtimmte Perſönlichkeiten ins Auge genommen, namentlich eine, den fremden Johanniterritter. Er konnte es aber nicht ſein, man hatte ihn noch vor der Kloſterthür geſehen in dem Augenblick, da die Proceſſion ſchon in der Kirchthür war.