Teil eines Werkes 
4. Band (1869)
Entstehung
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Der Kammerdiener verließ das Zimmer. Der Juſtizdirector kam erſt nach einer halben Stunde.

Die gräflichen Dikaſterien hatten zwar ihre Ge⸗ ſchäftslokale in dem weitläufigen Schloſſe Werdenburg, die Beamten aber wohnten in dem hinter dem Parke gelegenen, etwa zehn Minuten entfernten Städtchen, eigentlich Flecken Werdenburg.

„Die Preußen ſind auf der Schwalenburg!“ rief der Graf dem Juſtizdirector entgegen.

„Ich habe leider die Nachricht ſchon vernommen, Erlaucht.“

„Was machen wir? Rathen Sie, helfen Sie!“

Der Director zuckte die Achſeln.

„Erlaucht, wir mögen machen, was wir wollen, helfen wird nichts.“

„Aber es iſt eine Gewaltthat, eine empörende Ge⸗ waltthat! Der König von Preußen iſt nichts mehr als ich.“

„Nur mit dem Unterſchiede, daß er eine Macht hat, die Eurer Erlaucht nicht zu Gebote ſteht.“

„Ja, Gewalt geht vor Recht. Ach, hätte ich auch eine Armee! Ja, ja, ich könnte — doch nein, ich mag den deutſchen Erbfeind nicht in das deutſche Land rufen. Und doch, hat nicht Preußen es zuerſt gethan? Aber nein, nein, nein!“