Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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„Seit Mitternacht, Herr.“

Eine zweite, gleichfalls unbekannte Stimme ſprach:

„Warum arbeitet Ihr überhaupt hier in der Nacht?“

„Weil heute der ſtille Freitag iſt, Herr.“

„Am Charfreitag arbeitet man aber gar nicht.“

„Des Vormittags wohl, Herr. Aber am Nach⸗ mittage gehen wir zu der Proceſſion nach der Stadt. Und hier, Herr, arbeiten wir im Tagelohn, und da holen wir in der Nacht ein, was wir am Nachmittage verſäumen müſſen.“

„Die Burſchen ſind gerieben“, frohlockte oben im Heu Leonidas Stapelmann. „Die verrathen uns nicht.“

„Hört einmal, Ihr beiden Burſchen“, nahm der erſte Unteroffizier wieder das Wort, „Ihr ſcheint mir gar zu ehrlich zu ſein. Dahinter ſteckt etwas. Was meint Ihr dazu, wenn die Menſchen, die Ihr da hinten in der Ferne gehört haben wollt, hier ganz in der Nähe, zum Beiſpiel in dem Hauſe vor uns ſteckten?“

„Dann müßten ſie ohne unſer Wiſſen darin ſein.“ „Und wenn das Drinnenſein ohne Euer Wiſſen

Euch eine Tracht Prügel einbrächte?“

„Oho, Kamerad“, ſagte der zweite Unteroffizier,

was wäre eine Tracht Prügel für einen Hochverrath!“